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Maskenpflicht kehrt zurück
Spitäler am See bekommen steigende Corona-Zahlen zu spüren

Am Spital Zollikerberg werden derzeit fünf an Covid-19 erkrankte Patientinnen und Patienten behandelt.
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Omikron ist im Vormarsch: Die Corona-Sommerwelle schwappt mit Wucht über die Schweiz und den Kanton Zürich. Dieser meldete am Mittwoch 1848 bestätigte Fälle mit dem Virus . Das sind 58,6 Prozent mehr als am gleichen Tag in der Vorwoche. Dazu kommt ein Todesopfer. Aktuell befinden sich kantonsweit 129 Corona-Patienten im Spital, das ist eine Abnahme von 3,7 Prozent gegenüber der Woche zuvor.

Mehr ambulante Patienten

Die Spitäler am See registrieren seit einigen Wochen einen Anstieg der Corona-Fälle. Momentan gibt es an allen angefragten Spitälern aber noch keine Engpässe aufgrund unzureichender Kapazitäten, wie dies noch vor einem halben Jahr der Fall war. Bisher handle es sich vor allem um ambulante Patientinnen und Patienten, die selbstständig den Notfall aufsuchten, erklärt Melanie Roche, Leiterin Kommunikation am See-Spital Horgen.

Aber auch die stationären Fälle hätten leicht zugenommen, «sind aber noch überschaubar.» Im ambulanten Bereich stiegen nicht nur die Testzahlen, sondern auch die entsprechende Positivitätsrate. Die Symptome, mit denen die Corona-Patienten eingeliefert würden, seien grundsätzlich die gleichen wie bei früheren Wellen, «bis auf die Tatsache, dass glücklicherweise die schweren Verläufe weiterhin nur selten sind».

Zu diesen zählt Roche vor allem Lungenversagen mit künstlicher Beatmung. Dennoch steige der Pflegeaufwand durch die Isolationsmassnahmen. Immerhin stellt das See-Spital bisher keine Zunahme an schweren Verläufen mit Intensivstations-Bedarf fest. Covid-Patienten werden sowohl in den grossen als auch den kleinen Spitälern – wie eben jene am See – auf der Intensivstation behandelt.

Genügend Kapazitäten 

Am Spital Zollikerberg zeigt die Kurve deutlich nach oben. Von einer neuen Corona-Welle, wie sie die Schweiz in den vergangenen zwei Jahren erlebte, mag Anke Schramm, die Verantwortliche Marketing und Kommunikation, nicht sprechen: «Aber es ist ein starker Anstieg der Infektionszahlen zu beobachten und auch ein Anstieg von stationären Patienten, die an Covid-19 erkrankt sind.» Derzeit behandelt das Spital Zollikerberg fünf an Covid-19 erkrankte Patientinnen und Patienten, keine davon auf der Intensivstation.

Die Symptome seien allerdings teils andere und träten in geschwächter Form auf. Nach Angaben von Schramm gibt es deutlich weniger Lungenentzündungen, «dagegen mehr allgemeine Grippesymptome wie Schnupfen, Husten, Heiserkeit». Die Covid-19-Patienten seien generell weniger schwer erkrankt.

In engen Grenzen hält sich der Anstieg an Covid-Patientinnen und -Patienten derzeit noch am Spital Männedorf. Es gebe auch keine massiven Mitarbeitendenausfälle wegen Covid, sagt Martina Meyer, Leiterin Kommunikation: «Somit verzeichnen wir keine Kapazitätsengpässe aufgrund von Covid, weder auf den Bettenstationen noch auf der Intensivstation.» 

Sorge wegen Altersheimen

Der Horgner Bezirksarzt Hannes Frick mit Praxis in Oberrieden musste in diesem Jahr glücklicherweise noch keine Patienten wegen Covid-Symptomen ins Spital schicken, «auch ist keiner meiner Patienten in diesem Jahr an einer Covid-Infektion verstorben». Fricks Sorge gilt den Altersheimen, «dort beobachten wir wieder vereinzelte Corona-Erkrankungen und haben leider die Schutzmassnahmen entsprechend hochfahren müssen». Es sei zu wünschen, «dass wir bald eine weitere Booster-Impfung in den Heimen durchführen können».

Derzeit behandelt Frick zwei bis drei auf Covid positiv getestete Patienten pro Woche: «Sie alle können zu Hause gesunden und haben leichte bis mittelschwere Symptome.» Frick weist darauf hin, dass Oberrieden eine der höchsten Durchimpfungsraten im Kanton Zürich aufweise: «Entsprechend sehe ich kaum ungeimpfte Patienten.» Kollegen vom Spital berichteten ihm, dass diejenigen Patienten mit schwereren Verläufen mehrheitlich nicht geimpft seien.

Partielle Maskenpflicht

Der Anstieg der Corona-Fälle hat dazu geführt, dass an vielen Spitälern wieder eine partielle Maskenpflicht gilt. Seit Ende März müssen in der Schweiz zwar keine Masken mehr getragen werden. Der Kanton Zürich wies jedoch erst kürzlich darauf hin, dass Spitäler und Altersheime weiterhin eine Maskenpflicht verlangen können, wenn sie das wollen.

Am See-Spital Horgen gilt seit Wochenbeginn für das Personal mit direktem Patientenkontakt auf der Bettenstation Maskenpflicht, ebenso am Spital Männedorf. Schon bisher galt bei immunsupprimierten Patienten und Mitarbeitenden eine Maskenpflicht, ebenso bei Symptomen.

Auch am Spital Zollikerberg gilt seit Wochenbeginn die Maskenpflicht bei Interaktionen von Patient und Spitalpersonal und im Kontakt mit anderen Patientinnen und Patienten. Ebenfalls eine Maske tragen müssen auch wieder Besuchende.