Abstimmung in OberriedenOberriedner finden eine Ombudsstelle unnötig
Was manche Gemeinden am Zürichsee haben, wird in Oberrieden definitiv nicht eingeführt: eine Ombudsstelle. Der Initiant macht der Bevölkerung nun ein Angebot.

Die Oberriednerinnen und Oberriedner werden auch in Zukunft keine Ombudsstelle haben. Sie haben die Einzelinitiative von SVP-Präsident Adrian Wegmann abgelehnt. Dies mit 54,6 Prozent, was 771 Stimmen entspricht. Die Stimmbeteiligung lag bei knapp 43 Prozent.
Die Initiative hätte verlangt, dass die Ombudsstelle des Kantons Zürich künftig auch für die Gemeinde Oberrieden tätig ist. So wie zum Beispiel in Adliswil, Wädenswil, Richterswil und Hombrechtikon. Bei Streitigkeiten zwischen Privaten oder Mitarbeitenden und den Behörden oder der Verwaltung versucht die Ombudsstelle, Rat zu erteilen oder zu vermitteln. Diese Dienstleistung hätte Oberrieden jährlich über 2000 Franken gekostet.
«Immerhin sind es 45 Prozent»
Initiant Adrian Wegmann ist vom Abstimmungsresultat nicht enttäuscht: «Es sind immerhin über 45 Prozent der Stimmenden, die mein Anliegen unterstützten.» Nur dank der Abstimmung habe sich die Bevölkerung überhaupt zu diesem Thema äussern können. «Genau darin sehe ich meine Rolle als Politiker», sagt Wegmann, «nämlich, den Menschen eine Wahl zu geben.»
Der Gemeinderat war gegen die Initiative. Er argumentierte unter anderem, in Oberrieden sei es stets möglich, in Konfliktfällen das persönliche Gespräch mit den Verantwortlichen von Verwaltung und Behörden zu suchen. Eine Ombudsstelle sei daher nicht nötig.
Für jene, die sich trotzdem eine Ombudsstelle gewünscht hätten, hat SVP-Mann Wegmann ein Angebot parat: «Sie dürfen sich gern an mich wenden, wenn sie in einem konkreten Fall Hilfe brauchen.» Er könne dann vielleicht beratend zur Seite stehen. Allerdings will der 43-Jährige selber bald Mitglied einer Behörde sein: Er ist einer von drei Kandidaten für den frei werdenden Sitz im Gemeinderat. Gewählt wird am 18. Dezember.
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