AboEr will immer noch kein Betrüger sein
Ein 63-Jähriger aus Horgen hat zusammen mit einem Freund Onlineshops betrieben. 292 Kunden haben die beiden um ihr Geld gebracht. Der Vielredner verwirrte mit neuen Zahlen vor Gericht. Die Oberrichter konnte er nicht überzeugen.

Er sei sicher, dass es mit dem Freispruch klappen werde. Vor der Verhandlung redet der 63-Jährige auf seinen Pflichtverteidiger ein, als ob er ihn für sein Plädoyer motivieren müsste wie ein Coach. Als Geheimwaffe hat der Beschuldigte mehrere Seiten mit Zahlen mitgebracht. Zahlen, die beweisen sollen, dass es nicht sein Fehler war, dass fast 300 Personen um ihr Geld gebracht wurden.Wie schon an der erstinstanzlichen Verhandlung in Horgen schiebt er die Schuld am Obergericht dem Geschäftsführer seiner Firma in Deutschland zu. Akribisch erklärt er den Richtern die Zahlen, die «Wachtmeister G.» zusammengestellt habe. Sie sollen zeigen, dass der Geschäftsführer rund 50 000 Franken abgezweigt hatte, was zu Engpässen bei den Finanzen führte.