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Zuwarten in Oberrieden
Die Preise für den Schulhausausbau sind dem Gemeinderat zu hoch

Die Unternehmerofferten für den Erweiterungsbau fallen zurzeit höher aus als budgetiert.
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3 Millionen Franken will der Gemeinderat Oberrieden in die zweite Etappe für den Umbau des Schulhauses Pünt stecken. Nun hat er die Urnenabstimmung dazu vom 15. Mai auf den 25. September 2022 verschoben. Als Grund dafür gibt Liegenschaftenvorstand Urs Klemm (parteilos) die gestiegenen Kosten aufgrund der Corona-Krise und des Kriegs in der Ukraine an.

Durch die weltweiten Krisen hätten sich die Preise verteuert, sagt Klemm: «Beispielsweise für Rohmaterialien wie Holz, Glas oder auch Metall. Dazu kommen die erhöhten Benzinpreise, welche die Lastwagenfahrten verteuern.» Dies führe dazu, dass der Kostenvoranschlag, der teilweise auf Unternehmerofferten basiere, höher ausfalle als eigentlich budgetiert.

«Mit der nun gewonnenen Zeit wollen wir weitere Offerten einholen, damit wir es schaffen, im angepeilten Budgetrahmen von 3 Millionen Franken zu bleiben», sagt Klemm. Ob das Ziel erreicht wird, kann er jetzt aber noch nicht sagen. Es könne auch zu einer Abweichung von bis zu 10 Prozent kommen, wenn sich die internationale Lage nicht entspanne.

Opposition von SVP und FDP

Als im letzten Frühling der Planungskredit für die Erweiterung in Höhe von 290’000 Franken an der Gemeindeversammlung angenommen wurde, hatte man im Vorfeld vor allem Kritik aus den Reihen der SVP und der FDP gehört. Die Bedenken über die Schulhauserweiterung sind auch heute noch da.

So sagt Benjamin Schenk, Präsident der lokalen FDP, dass der Zeitpunkt für den Erweiterungsbau falsch gewählt sei: «Der Platzmangel ist derzeit nicht akut, und über eine flexiblere Nutzung der bestehenden Schulgebäude Pünt und Langweg könnte der Raumbedarf noch weiter optimiert werden. Man müsste halt gedanklich flexibler sein und auch das derzeitige Tabu einer Stufenvermischung als Option prüfen.»

SVP-Präsident Adrian Wegmann bezweifelt wiederum, dass sich die hohen Preise auf dem Rohstoffmarkt innerhalb von vier Monaten signifikant ändern werden. Auch er ist der Meinung, dass der Bedarf an weiterem Schulraum in Oberrieden nicht gegeben sei.

«Wir sind das Florida des Kantons Zürich», sagt Wegmann. «Oberrieden hat mit den ältesten Bevölkerungsschnitt.» Es brauche daher eine Studie, die den Schulraumbedarf effektiv ausweise und dabei auch die Entwicklung des mittel- bis langfristigen Lehrplans berücksichtige. Wegmann ist davon überzeugt, dass Home-Schooling einen Teil der künftigen Schulbildung darstellen wird.

Zeitplan soll eingehalten werden

Die erste Etappe des Umbaus für das Primarschulhaus Pünt wurde im Herbst 2018 abgeschlossen. Damals wurde die Schwimmhalle umfassend saniert, ebenfalls stehen den Schülerinnen und Schülern seither mehr Gruppenräume und zwei zusätzliche Schulzimmer zur Verfügung. 

Mit dem erneuten Umbau sollen nun nochmals zwei neue Klassenzimmer und Gruppenräume entstehen. Auch ein teilbarer Gruppen- und Therapieraum sowie ein Arbeitsbereich für Lehrpersonen würde geschaffen. Um den nötigen Platz dafür zu erhalten, soll das Gebäude seitlich erweitert werden und ein neues Stockwerk über der Lehrschwimmhalle entstehen.

Die Verschiebung der Abstimmung hat bislang keine Auswirkungen auf den Zeitplan der Bauarbeiten. Ursprünglich war geplant, dass diese im März 2023 beginnen und bis August 2024 abgeschlossen sein werden. «Wir gehen immer noch davon aus, dass wir dieses Ziel erreichen können», sagt Klemm. «Auch wenn der Zeitplan sportlich ist.» Damit würde der Bau zum Schulbeginn 2024/25 abgeschlossen sein. «Zu weiteren Verzögerungen könnten beispielsweise noch Einsprachen oder Lieferengpässe von Baumaterialien führen.»