Wahlkampf auf Social MediaWie man die Wählerschaft mit Videos garantiert begeistert
Neben Plakaten, Flyern und Inseraten nutzen Lokalpolitikerinnen und -politiker auch Videos, um auf Stimmenfang zu gehen. Das sorgt für Unterhaltung – gewollt und ungewollt.

Am Ende ist es – wie so oft im Leben – auch bei den Wahlen vom 27. März in den Gemeinden des Bezirks Horgen eine Frage der Sympathie: Die Stimme erhält, wer einem sympathisch ist. Wie also stellt man als Kandidatin oder Kandidat der Stimmbevölkerung unter Beweis, dass man sympathisch und authentisch ist? Genau: mit einem Video.
Ein kurzes Filmli drehen geht heut im Handumdrehen. Danach muss man es nur noch in den sozialen Medien posten – und schon erreicht man Tausende Wählerinnen und Wähler. Nur: Dabei auch noch professionell zu wirken, ist eine Kunst! Mehrere Lokalpolitikerinnen und -politiker haben sich dieser Herausforderung bereits gestellt und sich vor die Kamera gewagt.
Kandidieren auch Sie? Haben aber noch kein Video veröffentlicht? Dann nichts wie los! Dank aktueller Beispiele geben wir Ihnen hier eine (nicht ganz ernst gemeinte) Anleitung mit sechs Tipps, wie Sie sich erfolgreich inszenieren:
Lassen Sie Vögeli zwitschern
Nichts wirkt momentan so aufheiternd wie Vogelgezwitscher. Die lieben Vögeli verkünden den Frühling, den Aufbruch! Machen Sie sich dies in Ihrem Wahlvideo zunutze. Wie zum Beispiel Claudia Bühlmann, die grüne Stadtratskandidatin in Wädenswil. Was sie uns in ihrem Video erzählt, wird fröhlich überzwitschert.
Selbstverständlich können Sie auch auf andere Tiere zurückgreifen. Falls Sie zu Hause zum Beispiel eine Kuhherde haben, dann spannen Sie diese ein. Ein paar Kühe im Hintergrund, das wirkt «gschaffig» und bodenständig, wie Stadtratskandidatin Sandy Bossert (SVP Wädenswil) zeigen will.
Setzen Sie Spezialeffekte ein
Bodenständig und trotzdem modern: Wenn Sie diesen Eindruck vermitteln möchten, dann machen Sie es wie Adrian Wegmann aus Oberrieden. Er lässt das SVP-Sünneli wie wild strahlen, einen Heissluftballon fliegen, Feuerwerk knallen und die Oberriedner Flagge im Wind zappeln. Und das alles computeranimiert!
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Spezialeffekte eignen sich im Übrigen auch dann, wenn Sie der Wählerschaft nichts zu sagen haben. Das beweisen die Kandidierenden der SVP Langnau. Einer Fussballmannschaft gleich stellen sie sich in ihrem Video wortlos und mit verschränkten Armen auf – und vertrauen dabei auf die überzeugende Wirkung von Sound und Licht.
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Vertrauen Sie dem See
Unser grösster gemeinsamer Nenner ist der Zürichsee. Wir alle haben ihn vor der Haustür, und wir alle lieben ihn. Den See ins Wahlvideo zu integrieren, ist deshalb wahltaktisch klug und naheliegend zugleich. Vertrauen Sie darauf, dass er Ihnen viele Wählerstimmen beschert, sofern Sie sich als Seebueb oder Seemeitli inszenieren. Zusatztipp: Wenn Sie im Video noch ihren Hund am Ufer Gassi führen, haben Sie mit Sicherheit auch die Hündeler im Sack. Darauf hofft Thomas Henauer (FDP), Gemeinderatskandidat in Thalwil.
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Ein anderer Thalwiler, SVP-Kandidat Gregor Süssli, setzt in seinem Video ebenfalls auf Seenähe: Stramm steht er auf der Wiese des Badeplatzes Ludretikon. Und man fragt sich: Wie hat er sich im Winter bloss Zutritt in die geschlossene Badi verschafft? Ein Making-of-Video wäre hier besonders attraktiv.
Seien Sie volksnah
Wer nicht nur politisch vif ist, sondern auch eine journalistische Ader hat, sollte dieses Potenzial unbedingt nutzen. Machen Sie eine Reportage und interviewen Sie das Volk. Erfahrung damit hat der Wädenswiler SP-Stadtratskandidat Daniel Tanner. In dessen Video erlebt man als Zuschauer hautnah, wie ihm die Haare geschnitten werden. Gleichzeitig befragt Tanner seinen Coiffeur, ob er genügend Kunden und Nachwuchs habe. Ein Video nach dem Motto: SP bi de Lüt.
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Betreiben Sie einen Fernsehsender
Wichtig: Seien Sie im Wahlkampf nicht zu bescheiden. Eine Spur Grossspurigkeit hat noch niemanden geschadet. Tun Sie so, als würden Sie nicht nur einzelne Videos veröffentlichen, sondern einen richtigen Fernsehsender betreiben. Als Vorbild dient Markus Uhlmann (GLP), Aspirant für das Horgner Gemeindepräsidium. Dessen Videos heissen «Uhlmann TV». Nicht überliefert ist, ob er sich dabei von «Stricker TV» des bekannten Thurgauer Corona-Massnahmen-Gegners Daniel Stricker inspirieren liess. Oder von Wädenswils Stadtpräsident Philipp Kutter (Die Mitte), der schon vor zwölf Jahren «Kutter TV» betrieb.
Machen Sie ein paar Spässli
Apropos Kutter: Der alte PR-Profi liefert mit seinem neusten Video den letzten Tipp: Wenn Sie wie der Wädenswiler Stadtpräsident rein gar nichts zu befürchten haben, dann spielt es keine Rolle, was Sie dem Publikum erzählen. Ersparen Sie sich daher Argumente und Gehaltvolles. Ein paar Spässli tun es auch; Sie werden bestimmt (wieder) gewählt.
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