Kirche ist nach Brand monatelang unbenutzbar
Ein Brand in der Kirche hat am Freitag Oetwil aufgeschreckt. Eine 41-Jährige gilt als Verursacherin des Feuers. Die Kirche dürfte monatelang unbenutzbar sein.

Der Geruch von Rauch liegt in der Luft, ein Fenster ist geöffnet, ein anderes stark beschädigt. Vor dem Turm liegt eine kleine Mulde, gefüllt mit verkohltem Holz und Überbleibseln des Fensters. Die Türen der Kirche sind geschlossen, alles ist ruhig. Nur wenige Stunden zuvor stieg starker Rauch aus der Kirche, es brannte im Innern. Die Sirenen der Feuerwehr Oetwil schreckte Anwohner aus dem Schlaf, um fünf Uhr morgens wurde der Brand gemeldet. Ein Busfahrer sagt, er habe mehrere Fahrzeuge im Einsatz auf dem Chilenrain gesehen.

Gemäss Mitteilung der Kantonspolizei Zürich hatte die Feuerwehr den Brand in der Kirche rasch im Griff. Dennoch entstand ein Sachschaden von mehreren 100000 Franken. Vor allem Russ und Rauch machen den Schaden aus. Die Gedanken sind sofort bei Herzogenbuchsee BE, wo die Kirche an Heiligabend in Brand geraten war. Wenige Tage später fiel der Kirchturm in sich zusammen. In Oetwil ist der Brandherd nicht weit vom Turm entfernt, im Eingangsbereich, der Turm selber ist aber nicht gefährdet. Bilder aus dem Innern zeigen das Ausmass der Zerstörung. Kirchenbänke, Stühle und eine Ablage wurden Opfer der Flammen. Die Decke ist stark verrusst.

Schnell ermittelt
Wie kam es zum Brand? Die Polizei hat eine 41-jährige Schweizerin ermittelt, die das Feuer gelegt haben soll. In der Mitteilung der Kapo steht bewusst «Verursacherin», denn noch ist nicht klar ob es Absicht war oder ein Unfall. Mehr Details gibt die Kantonspolizei nicht bekannt. Auch nicht, warum sie die Verursacherin so schnell ermitteln konnte. In der Umgebung der Kirche sind metallene Aschenbecher und Papierkörbe abgerissen worden und liegen auf dem Rasen. Es ist ein Bild, das zu jugendlichen Vandalen passen würde - ein bisschen zerstören und zeuseln. Oder zu einer verwirrten Person.

Der Verdacht liegt nahe, dass die Brandstifterin eine Patientin des Schlössli, der psychiatrischen Klinik in Oetwil, ist. Die Klinik liegt nur gut 300 Meter von der Kirche entfernt. Bernhard Neyer, Interimspräsident der reformierten Kirchenpflege, weiss nicht, wer hinter dem Brand steckt. Mit Vandalismus habe die Kirche sonst keine Probleme. Die Türen der Kirche seien in der Nacht geschlossen, also auch zum Zeitpunkt des Brandes. Wie die 41-Jährige ins Innere gelangt ist, kann er nicht sagen.
In Kirche eingeschlossen?
Eine Theorie würde vieles erklären: Dass die Frau sich in der Kirche hat einschliessen lassen und von der Feuerwehr zum Zeitpunkt des Brandes noch in der Kirche gefunden wurde. Das muss Theorie bleiben, der Sprecher der Kantonspolizei äussert sich nicht dazu. Was passiert ist, sei schlimm, sagt der Interimspräsident der Kirchenpflege. Er ist aber in erster Linie froh, dass keine Menschen zu Schaden gekommen sind. Auch ohne die genauen Hintergründe zu kennen, geht er davon aus, dass die Tat nicht gegen die Kirche an sich gerichtet war.
«Ich bin ein Optimist», sagt Bernhard Neyer als Antwort auf die Feststellung, er wirke angesichts der dramatischen Ereignisse sehr gefasst. Schon jetzt hätten sich mehrere Nachbargemeinden solidarisch gezeigt und angeboten, dass die Kirche Oetwil ihre Veranstaltungen und Gottesdienste bei ihnen abhalten könne. Der Interimspräsident ist erleichtert, denn er rechnet damit, dass die Kirche vier bis sechs Monate nicht mehr genutzt werden kann.

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