Pegasus rockten die Zürichsee-Fähre
Statt als Transportmittel für Autos diente die Zürichsee-Fähre am Samstag als Open-Air-Bühne. Die Schweizer Band Pegasus gab ein fulminantes Morgenkonzert.
Begeistert von der Morgenstimmung am Zürichsee spielte die Band Pegasus sich warm. «Cool, hier zu spielen», fand Bassist Gabriel Spahni. «Mal etwas ganz anderes.» Gespielt haben Pegasus schon «auf Kursschiffen auf dem Bielersee und auf einer Mittelmeerkreuzfahrt – aber noch nie auf einer Fähre», sagte Sänger und Bandleader Noah Veraguth, seines Zeichens Frühaufsteher. Nach der langen Zeit im Studio geniesst die Band die Open-Air-Saison und freut sich auf ihre Deutschland-Tournee. «Wir machen das, was wir am liebsten tun», erklärt der Bassist, und der Sänger fügt hinzu: «Turbulenzen gehören dazu; ich brauche das Gefühl, gekämpft zu haben.»So unterschiedlich wie der jeweilige Aufnahmeprozess sind die Alben. «Wir entwickeln uns weiter», stellt Veraguth fest. «Die aktuellen Songs sind wieder persönlicher – im Gegensatz zu Human Technology, wo wir uns mit Digitalisierung und Globalisierung auseinandersetzten.» Persönlich ist auch die Atmosphäre in der Band: Die drei Freunde sind, wie Gabriel sagt, «zusammen aufgewachsen im Röstigraben».
Lieder vom neuen Album
Nach der Begrüssung durch Radio-Zürisee-Organisator Roger Rhyner begann das Konzert mit dem neuen Album «Beautiful Life», darunter die Single «Fragments». Die Stimme des Sängers betört mit ihrem speziellen Timbre; sie schwingt sich in unglaublich hohe Tonlagen, klingt aber auch tief und warm. Im Duett harmonieren er und Gabriel Spahni wunderschön. Der Drummer Stefan Bronner kann so richtig ausflippen. Je nach Sonnenstand und Position der Fähre trug die Band oder das Publikum Sonnenbrillen. Der Effekt der wechselnden Hintergrundkulisse – mal das rechte, mal das linke Seeufer, mal Blick nach Zürich, mal gen Rapperswil – trug zum Zauber des Konzerts bei.
Zu den Lyrics von «Skyline» spazierte der Sänger durchs Publikum und erklomm Gitarren spielend die Treppe, mit Stagediving kokettierend, während das Publikum die Bridge von «Rise Up» sang. Abgehoben wirken die drei Musiker und ihre neuen Mitmusiker auch auf der Bühne nicht. «Last Night on Earth» durfte ebenso wenig fehlen wie «I Take It All». Die Akustik war ausgezeichnet: Eine Horgnerin konnte die Lieder bis hinauf zur Claridenstrasse hören. Bei «Technology» hüpften auch ältere Semester auf undab, sodass die Fähre leicht ins Schwanken geriet. Mit den Zugaben «Digital Kids» und «Man on Mars» schlossen Pegasus ein unvergessliches Konzert auf dem Zürichsee ab. «Gäili Sieche, hät Spass gmacht», sagte Noah Veraguth zum Abschied.
Gewinner im Publikum
Auf die Fähre strömten am Samstagmorgen rund 300 Besucher jeden Alters. Sie alle hatten Glück, denn die Tickets für das Showcase gab es nur über Radio Zürisee online oder live im Radio zu gewinnen. Aus Freiburg angereist war das junge Paar Sara Bürgi und Stefan Pürro. «Für ihn war es hart, an seinem Geburtstag um zwanzig vor fünf aufzustehen», sagte sie. Ein weiteres Geburtstagskind war Theresina Gelb aus Chur, eingeladen von Patricia Kocher aus Uster. Aus Frauenfeld kamen Karin und Erik Grossmann, aus Rapperswil-Jona eine fröhliche Gruppe Damen um Renate Rösinger, die sich freute, «dass wir Kartenfür dieses exklusive Konzert gewonnen haben.» Glück hatten auch Vreni und Heinz Brändli aus Horgen, die zwar Pegasus mögen, nicht aber grosse Menschenmengen. Über Karin Breitensteins Ladentisch gingen viele Pegasus-CDs, bis sie selber Feuer fing. Nati Kappeler aus Horgen outete sich als «riesiger Fan» und tanzte ganz vorne bei der Band.
Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch