Ihr Browser ist veraltet. Bitte aktualisieren Sie Ihren Browser auf die neueste Version, oder wechseln Sie auf einen anderen Browser wie ChromeSafariFirefox oder Edge um Sicherheitslücken zu vermeiden und eine bestmögliche Performance zu gewährleisten.

Zum Hauptinhalt springen

Wahlen in Oberrieden
«Der Oberriedner Gemeinderat ist harmoniebedürftig»

Adrian Wegmann, SVP-Präsident, fordert mehr kreative Streitkultur in Oberrieden.
Jetzt abonnieren und von der Vorlesefunktion profitieren.
BotTalk

Bisher war in Oberrieden bekannt, dass abgesehen von der Schulpräsidentin alle bisherigen Gemeinderatsmitglieder bei den Erneuerungswahlen vom 27. März wieder antreten werden. Nun kommt aber ein neuer Kandidat hinzu: Adrian Wegmann. Dieser ist im Dorf kein Unbekannter. Der 42-Jährige ist Präsident der örtlichen SVP. An Gemeindeversammlungen meldet er sich gern kritisch zu Wort.

«Der Oberriedner Gemeinderat ist harmoniebedürftig. Ich möchte wieder für etwas mehr kreative Streitkultur sorgen», sagt er. Ihm sei es wichtig, dass die Parteienlandschaft im Gremium «etwas ausgeglichen» werde. Derzeit ist die SVP im Gemeinderat nur durch Gemeindepräsident Martin Arnold vertreten. Wegmann sagt: «Mein Ziel ist es nicht, die Harmonie zu zerstören; ich möchte aber mit einer kritischen Stimme etwas Gegensteuer bieten. Beispielsweise stellt sich mir die Frage, ob wir tatsächlich eine Erweiterung des Schulhauses Pünt benötigen.»

Offen für alle Ämter

Der 42-Jährige bemängelt, dass das Gemeindebudget, «gerade so in Ordnung, aber doch knapp» sei, und möchte als Mitglied des Gemeinderates zu Diskussionen anregen. Wichtig ist Wegmann zudem, dass Oberrieden weiterhin seinen dörflichen Charakter bewahrt. «Mit einer geförderten Standortattraktivität soll der Schweizer Durchschnitt angezogen werden. Durch zu viele anonyme Expats geht der Charakter des Dorfes ansonsten verloren.»

Für das Amt fühlt sich Wegmann dank seiner über 20-jährigen Führungserfahrung befähigt. Aktuell ist er stellvertretender Leiter der Arbeitslosenkasse Kanton Zürich. «Ich wäre im Gemeinderat deshalb bestens als Gesellschaftsvorsteher geeignet – und das als SVPler», meint Wegmann schmunzelnd. Er sei jedoch offen für alle Ämter.

Als Dienstältester im Rennen

In Oberrieden kommt es auch in der Schulpflege zu Veränderungen: Schulpräsidentin Verena Reichmuth-Graf (parteilos), die von Amtes wegen Mitglied im Gemeinderat ist, verzichtet auf eine erneute Kandidatur. Ihren Platz will nun Janek Lobmaier (SP) einnehmen.

Janek Lobmaier arbeitet als Psychologiedozent an der Universität Bern.

Seit zwei Jahren ist der 48-Jährige Mitglied der Schulpflege. Lange sah es danach aus, als müssten in der künftig fünfköpfigen Schulpflege gleich drei neue Sitze besetzt werden, weil nur Tobias Freuler (parteilos) und Lobmeier ihre erneute Kandidatur bekannt gaben. «Deshalb hat es Sinn ergeben, dass ich als Dienstältester für das Schulpräsidium ins Rennen gehe und nicht jemand Neues dieses Amt übernehmen muss.»

«Gerne mehr Erfahrung gesammelt»

Lobmaier ist Vater zweier Kinder im Primarschulalter und arbeitet als Psychologiedozent an der Universität Bern. Zeitlich alles unter einen Hut zu bringen, sei herausfordernd, aber möglich. «Ich möchte die Schule Oberrieden weiterführen in die Zukunft.» Dabei sei Digitalisierung ein Thema. Wichtig sei ihm, dass die Schule fortschrittlich und innovativ bleibe und die Kinder und Lehrpersonen gern hingehen würden. «Mit einer offenen, empathischen Haltung als Schulpräsident kann man dabei sehr viel bewirken.»

Lobmaier sagt, dass er gern noch etwas mehr Erfahrungen gesammelt hätte, bevor er das Amt übernehme. «Doch nach reiflicher Überlegung sehe ich es als grosse Chance und Herausforderung.» Er fühle sich zudem von den bisherigen Mitgliedern Thomas Wagen (FDP) und Beat Wüthrich (FDP) gestützt, die sich in der Zwischenzeit ebenfalls für einen Wiederantritt entschieden haben. Die SVP schickt zudem Philipp Müller ins Rennen.