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Ticker zu den USA unter Trump
Trump: Zölle auf Waren aus Kanada und Mexiko ab 4. März in Kraft
Musk an erster Kabinettssitzung: Arbeit von Doge zog Todesdrohungen nach sich
Reportervereinigung des Weissen Hauses wehrt sich gegen Trump

Zum Thema

Mail von Elon Musk: «Was haben Sie vergangene Woche getan?»

Ukraine-Verhandlungen: Trump schockierte womöglich aus Kalkül

Reportage: Warum die Armen bekämpft werden, wird er nie verstehen

Trump: Zölle auf Waren aus Kanada und Mexiko ab 4. März in Kraft

Die von US-Präsident Donald Trump angekündigten und zwischenzeitlich auf Eis gelegten Zölle auf Waren aus Mexiko und Kanada sollen am 4. März in Kraft treten. Ausserdem würden die Zölle für Waren aus China von bisher zehn Prozent am gleichen Tag verdoppelt, teilte Trump am Donnerstag auf seiner Plattform Truth Social mit. Er begründete das damit, dass nach wie vor grosse Mengen Drogen aus den Nachbarländern in die USA kämen. China wiederum gilt als grösster Hersteller der Droge Fentanyl.

Unabhängig davon sollen laut Trump ab dem 2. April wechselseitige Zölle auf Waren aus anderen Ländern in Kraft treten. (DPA)

Trump schliesst Nato-Beitritt der Ukraine aus

Kurz vor seinem Treffen mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodimir Selenski hat US-Präsident Donald Trump einen Nato-Beitritt des von Russland angegriffenen Landes ausgeschlossen. Zugleich kündigte Trump an, Selenski werde am Freitag in Washington eine Vereinbarung unterzeichnen, in der es um den Zugriff der USA auf ukrainische Rohstoffe wie seltene Erden «und andere Dinge» gehe. Selenski betonte, ihm gehe es um die Fortsetzung der US-Hilfen.

Bereits heute empfängt Trump den britischen Premierminister Keir Starmer. Das zentrale Thema dürfte wie beim Besuch des französischen Staatspräsidenten Emmanuel Macron am Montag der Ukraine-Krieg sein.

Donald Trump an der Kabinettssitzung im Weissen Haus vom Mittwoch.

Eine der bisherigen Hauptforderungen der ukrainischen Regierung in der Diskussion über Sicherheitsgarantien für das Land schloss Trump komplett aus. «Ich kann euch sagen, dass ihr die Nato vergessen könnt», entgegnete er bei einer Kabinettssitzung auf die Frage einer Journalistin zum russischen Angriffskrieg und Zugeständnissen der Ukraine. Die Debatte über einen Beitritt der Ukraine zum transatlantischen Verteidigungsbündnis sei «wahrscheinlich der Grund gewesen, warum die ganze Sache angefangen hat», sagte Trump.

Die Ukraine strebt mit Nachdruck in die Nato und die EU. Bereits 2019 wurde das Beitrittsziel zur westlichen Militärallianz und der Europäischen Union in der Verfassung verankert. Russland gibt immer wieder an, sich durch die Nato in seiner Sicherheit bedroht zu sehen. Mit dieser Begründung führt Moskau auch den Krieg gegen die Ukraine, um eine Mitgliedschaft des Landes in dem Bündnis zu verhindern. Ein EU-Beitritt des Nachbarstaats wird hingegen nicht ausgeschlossen. (DPA)

Musk an erster Kabinettssitzung: Arbeit von Doge zog Todesdrohungen nach sich

Tech-Milliardär Elon Musk hat am Mittwoch an der ersten Kabinettssitzung von US-Präsident Donald Trump teilgenommen, wo auch seine eigene Rolle auf den Prüfstand gestellt wurde. Er sei ein «bescheidener technischer Unterstützer» der Regierung, sagte Musk über sich selbst, während Trump ihn lobpreiste: «Er opfert viel», sagte der Präsident und bezog sich dabei auf die Zeit, die der reichste Mann der Welt von seinen zahlreichen geschäftlichen Unternehmungen abziehe.

An der Kabinettssitzung gab Musk eine «kleine Zusammenfassung» der Arbeit der Effizienzbehörde Doge.

Nachdem lange unklar war, wer die von der Trump-Regierung geschaffene Effizienzbehörde Doge tatsächlich leitet, hat das Weisse Haus zuletzt deutlich gemacht: Die Doge-Chefin sei Amy Gleason, nicht Elon Musk. Auf der Kabinettssitzung aber war es Musk, der im Auftrag von Trump eine «kleine Zusammenfassung» der Arbeit der Effizienzbehörde gab und den versammelten Mitgliedern am Mittwoch erklärte, welche Konsequenzen seiner Ansicht nach folgen würden, sollten seine Bemühungen um die Kostensenkungen der US-Regierung scheitern: «Wenn wir das nicht tun, wird Amerika bankrott gehen.» Musk sagte, seine Versuche, den Regierungsapparat zu verkleinern, hätten bereits Todesdrohungen nach sich gezogen.

Auf Trumps Frage, ob die Mitglieder des Kabinetts mit Musk zufrieden seien, begann der Tech-Milliardär zu antworten. Doch Trump unterbrach ihn und sagte, er wolle die Kabinettsmitglieder antworten lassen. Dann scherzte Trump, dass er jemanden, der nicht der Meinung sei, einfach «rauswerfen» könne. (DPA)

Reportervereinigung des Weissen Hauses wehrt sich gegen Trump

Die Reportervereinigung des Weissen Hauses wehrt sich gegen die beispiellosen Eingriffe der Regierung von US-Präsident Donald Trump in die Arbeitsweise unabhängiger Medien. «Unser Vorstand wird keinen Versuch dieser oder irgendeiner anderen Regierung unterstützen, die unabhängige Berichterstattung über das Weisse Haus zu unterwandern», schrieb der Vorsitzende der White House Correspondents› Association (WHCA), Eugene Daniels von «Politico», in einer E-Mail an die Mitglieder der Vereinigung. Jedes Medienhaus müsse nun selbst entscheiden, ob man sich den neuen, von der Trump-Regierung auferlegten Regeln unterwerfen wolle.

Die unabhängige Vereinigung hatte bisher die Hoheit über die Besetzung des sogenannten Korrespondenten-Pools und bestimmte, welche Reporter etwa bei begrenzten Plätzen stellvertretend für alle akkreditierten Journalisten Bericht erstatten. Der Pool umfasst eine rotierende Auswahl von Reporterinnen und Reportern, die – zum Beispiel bei limitiertem Raumangebot im Präsidentenflugzeug Air Force One – vor Ort sind und ihre Informationen unter anderem per Mailverteiler an alle akkreditierten Journalisten weitergeben.

US-Präsident Donald Trump spricht mit Reportern an Bord der Air Force One kurz vor der Landung auf der Andrews Air Force Base in Maryland am 19. Oktober 2020.

Am Dienstag kündigte Trumps Sprecherin Karoline Leavitt jedoch eine neue Linie der Regierung an: Das Weisse Haus werde die Kontrolle über diesen Pool übernehmen und bestimmen, wer Teil dessen ist. Es folgte harsche Kritik, dass der Präsident damit offensichtlich versuche, unliebsame Journalisten durch ihm wohlgesonnene Medienvertreter zu ersetzen und damit faktisch die Pressefreiheit zu untergraben.

Daniels teilte in seiner E-Mail nun mit, dass die Pool-Berichte künftig nicht mehr über den WHCA-Mailverteiler versendet werden sollten. Da das Weisse Haus die Kontrolle über den Prozess innehabe, könne die Vereinigung nicht mehr garantieren, dass die seit Jahrzehnten bewährten Standards weiterhin eingehalten würden. Damit unterbricht die WHCA vorerst die vielleicht wichtigste Kommunikationskette für all jene Reporter, die nicht selbst vor Ort sind und sich auf verlässliche Informationen von Kolleginnen und Kollegen fast in Echtzeit verlassen müssen. (DPA)

Trump kündigt Zölle in Höhe von 25 Prozent auf EU-Waren an

US-Präsident Donald Trump hat Zölle in Höhe von 25 Prozent auf Einfuhren aus der Europäischen Union in Aussicht gestellt.

«Wir haben eine Entscheidung getroffen. Wir werden sie sehr bald bekannt geben», sagte Trump während einer Kabinettssitzung auf die Frage eines Journalisten. Dann schob er nach: «Es werden 25 Prozent sein, allgemein gesprochen, und zwar für Autos und alle anderen Dinge.» Er warf den Europäern neuerlich vor, die USA auszunutzen.

Elon Musk spricht während eines Kabinettstreffens unter der Leitung von US-Präsident Donald Trump im Weissen Haus am 26. Februar 2025 in Washington, DC.

Trump hatte zuletzt eine Anordnung unterschrieben, wonach überall dort Zölle angehoben werden sollen, wo die USA derzeit weniger verlangen als ihre Handelspartner. Es spiele dabei keine Rolle, ob es sich dabei um strategische Konkurrenten wie China oder um Verbündete wie die Europäische Union handle, so das Weisse Haus.

Die Zölle sind noch nicht in Kraft. Der Republikaner hat sein Team angewiesen, entsprechende Strafmassnahmen auszuarbeiten.

Trump benutzt Zolldrohungen immer wieder als Verhandlungstaktik. Bereits vor einigen Tagen hatte er gesagt, dass er auf den Import von Autos in die USA Zölle in Höhe von 25 Prozent erheben wolle. Eine konkrete Ankündigung hatte für den 2. April in Aussicht gestellt. (DPA)

Nicht Musk: Weisses Haus nennt offizielle Doge-Chefin

Nach einer längeren Periode der Unklarheit über die offizielle Leitung des sogenannten Departments of Government Efficiency (Doge) hat das Weisse Haus einen Namen genannt – und es ist nicht Elon Musk.

«Amy Gleason ist also schon seit einiger Zeit Doge-Chefin», bestätigte Sprecherin Karoline Leavitt entsprechende Medienberichte vom Vortag. Sie sei sich über den genauen Zeitrahmen nicht sicher – «ich glaube, seit einigen Wochen, vielleicht einem Monat». Gleason sei Berufsbeamtin, erklärte Leavitt. Bislang finden sich zur Person und Funktion Gleasons kaum offizielle Angaben und Bilder.

Regierungssprecherin wundert sich über Presse

Die Sprecherin gab sich überrascht über das grosse Interesse an der Personalie. Auf die Frage, warum selbst Doge-Mitarbeiter offenbar erst am Dienstag über die Besetzung informiert wurden, antwortete Leavitt, diese seien «offensichtlich nicht im Bilde» und behauptete: «Alle wussten Bescheid.»

Es gebe «weitaus wichtigere Themen in der Welt als die Frage, wer Doge leitet», fügte Leavitt hinzu. «Aber aus irgendeinem Grund ist die Presse so besessen davon, dass Sie unaufhörlich danach fragen.»

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Dass die Führung des Gremiums so stark im Fokus steht, ist allerdings keineswegs überraschend. Kurz nach seiner Wahl im November hatte US-Präsident Donald Trump den Tech-Milliardär Elon Musk mit dem Kürzen von Staatsausgaben betraut und ausdrücklich verkündet: «Ich freue mich, ankündigen zu können, dass der grossartige Elon Musk (…) das Department of Government Efficiency (Doge) leiten wird.»

Musk selbst kultiviert das Bild, dass er massgeblich das Sagen bei Doge hat. Mit dem Gremium nimmt der laut Schätzungen reichste Mensch der Welt seit Wochen erheblichen Einfluss auf die Arbeit zahlreicher US-Behörden. Dafür wurden ihm offenbar weitreichende Befugnisse eingeräumt – einschliesslich Massenentlassungen, deren Rechtmässigkeit fraglich ist. (DPA)

Aussenminister Rubio versetzt EU-Vertreterin in Washington

Die US-Regierung ist mit einem weiteren diplomatischen Affront gegenüber die EU aufgefallen.

Wie ein Sprecher der EU-Aussenbeauftragten Kaja Kallas bestätigte, sagte US-Aussenminister Marco Rubio am Mittwoch ein geplantes Treffen mit Kallas ab, obwohl die frühere estnische Regierungschefin dafür schon extra von Brüssel noch Washington geflogen war. Den Angaben zufolge wurden als Erklärung lediglich «Termingründe» genannt.

Kaja Kallas, Vizepräsidentin der Europäischen Kommission und Hohe Vertreterin der Union für Aussen- und Sicherheitspolitik, beim informellen Treffen der EU-Staats- und Regierungschefs im Egmont-Palast in Brüssel am 3. Februar 2025.

Zum Hintergrund des diplomatischen Affronts gab es keine offiziellen Angaben. Eine Anfrage der Deutschen Presse-Agentur an das US-Aussenministerium blieb zunächst unbeantwortet.

Als mögliche Erklärung gilt in Brüssel, dass die EU zuletzt federführend dabei war, in der UN-Vollversammlung eine moskaufreundliche Beschlussvorlage der US-Regierung zum Krieg in der Ukraine zu verhindern (mehr dazu hier).

Zudem hatte Kallas zuvor bereits die Pläne von US-Präsident Donald Trump zur Beendigung des Ukraine-Kriegs als «schmutzigen Deal» bezeichnet.

Nach Angaben eines EU-Sprechers wird Kallas trotz der Absage des Treffens mit Rubio bis zu diesem Donnerstag in Washington bleiben. Auf ihrem Besuchsprogramm stehen demnach unter anderem Treffen mit US-Senatoren und Kongressabgeordneten sowie mit Mitarbeitern der EU-Delegation. (SDA)

Richter setzt Trump-Regierung Frist für Freigabe von Auslandshilfen

Die US-Regierung sträubt sich weiter gegen eine Gerichtsanordnung, eingefrorene Auslandshilfen in Milliardenhöhe zumindest vorläufig wieder freizugeben. Dies teilte Bundesrichter Amir H. Ali am Dienstag (Ortszeit) mit und setzte dem Weissen Haus eine Frist von weniger als zwei Tagen, seiner Anweisung vom 13. Februar nachzukommen. Vor rund zwei Wochen hatte Amir verfügt, dass die Regierung den Stopp von Auslandshilfen vorerst aufheben solle.

Doch meldeten Bedienstete der US-Entwicklungshilfebehörde USAID, Unternehmen und Hilfsorganisationen, dass nach wie vor keine Gelder geflossen seien.

Unmittelbar nach seinem Amtsantritt am 20. Januar hatte Präsident Donald Trump eine Exekutivanordnung unterzeichnet, die sich nach seinen Worten gegen verschwenderische Hilfsprogramme richtet, die nicht im Einklang mit seinen aussenpolitischen Zielen stehen. In der Folge wurden über USAID und das US-Aussenministerium organisierte Hilfen für Projekte im Ausland blockiert, was Nichtregierungsorganisationen zu einer Klage veranlasste.

Sie argumentierten, dass der Finanzierungsstopp gegen Bundesrecht verstosse. Selbst den wichtigsten lebensrettenden Programmen sei die finanzielle Unterstützung versagt worden. Eingefroren worden seien auch Hunderte Millionen Dollar, deren Auszahlung vorab vertraglich geregelt worden sei, beklagten USAID und Partnerunternehmen des US-Aussenministeriums. Durch den Kahlschlag hätten Zehntausende Angestellte entlassen werden müssen, einige Organisationen stünden vor dem finanziellen Ruin.

Während einer Anhörung hakte Bundesrichter Ali wiederholt beim Anwalt der Regierung nach, ob das Weisse Haus seiner Anordnung auch Folge leiste, doch wich dieser aus. Er sei nicht in einer Position, die Frage zu beantworten, erklärte Verteidiger Indraneel Sur lediglich. Die Organisationen baten Ali daraufhin, die Trump-Regierung wegen Missachtung der vorangegangenen gerichtlichen Verfügung zu belangen.

Es ist das zweite Mal, dass ein Richter festgestellt hat, dass das Weisse Haus einer Anordnung nicht nachkommt. Erst kürzlich monierte der Bundesrichter John McConnell, dass sich die Regierung nicht seiner Anweisung gefügt habe, eingefrorene Zuschüsse und Kredite des Bundes wieder freizugeben. Vor Wochen hatte er umfassende Pläne für eine Aussetzung öffentlicher Ausgaben in Billionenhöhe gekippt. (DPA)

Elon Musk wird an Trumps erstem Kabinetts-Treffen teilnehmen

Am Mittwoch kommt US-Präsident Donald Trump das erste Mal mit seinem gesamten Kabinett zusammen – auch Tech-Milliardär Elon Musk ist zu dem Treffen eingeladen. «Elon – in Anbetracht der Tatsache, dass er mit dem Präsidenten und unseren Ministern zusammenarbeitet – (…) wird morgen anwesend sein», bestätigte die Sprecherin des Weissen Hauses, Karoline Leavitt, auf Nachfrage in Washington.

Musk werde über das von ihm geleitete Doge-Gremium (Department of Government Efficiency) sprechen und darüber, wie die Ministerien «Verschwendung, Betrug und Missbrauch in ihren jeweiligen Behörden aufdecken» könnten.

Trump hat Musk beauftragt, die Staatsausgaben zu senken, und ihm dafür weitreichende Befugnisse eingeräumt – einschliesslich umstrittener Massenentlassungen, deren Rechtmässigkeit unklar ist. Mit dem Doge-Gremium nimmt der laut Schätzungen reichste Mensch der Welt seit Wochen direkten Einfluss auf die Arbeit etlicher US-Behörden.

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Musk hatte Trump im Wahlkampf grosszügig finanziell unterstützt. Ursprünglich hatte der Republikaner die Rolle des Multimilliardärs als externer Berater ausserhalb der Regierung definiert. Doch dieses Verhältnis wandelte sich rasch: Trump erhob Musk kurz nach seiner Vereidigung zum «besonderen Regierungsangestellten» – ein Status, der eigentlich mit strikten Einschränkungen und Ethik-Regeln verbunden ist.

Musk hat als CEO von Tesla, SpaceX und X weitreichende wirtschaftliche Interessen. Kritiker befürchten, dass er längst die Grenze zwischen privatem Einfluss und offizieller Regierungsverantwortung überschritten hat – und das, ohne die vorgeschriebenen Regularien einzuhalten. (DPA)

US-Richter blockiert Trumps Stopp von Flüchtlingsprogramm

Ein US-Bundesrichter hat eine Anordnung von Präsident Donald Trump zum Stopp eines Flüchtlingsprogramms blockiert. Jamal Whitehead in Seattle urteilte am Dienstag, die Massnahmen des Republikaners kämen einer «effektiven Aufhebung des Willens des Kongresses» gleich. Whitehead entschied zu einer Klage von Flüchtlingshilfsgruppen gegen die Exekutivanordnung von Trump. Sie argumentierten, die Anordnung laufe einem System zuwider, das der US-Kongress für die Umsiedlung von Flüchtlingen in die USA geschaffen hat.

Anwälte der Trump-Regierung argumentierten, der Präsident habe die Befugnis, Ausländerinnen und Ausländern die Einreise zu verweigern, wenn Letztere «den Interessen der Vereinigten Staaten schaden würden». Whitehead hielt dagegen, der Präsident könne zwar die Aufnahme von Flüchtlingen aussetzen, doch seine Befugnis sei «nicht grenzenlos».

Durch die Exekutivanordnung Trumps war die Reise von zuvor bereits für die in die USA zugelassenen Flüchtlingen kurzfristig abgesagt worden, wie aus der Klageschrift hervorgeht. Zudem seien Familien, die jahrelang darauf gewartet hätten, wieder zusammen zu sein, weiter voneinander getrennt gewesen.

Das betroffene Flüchtlingsprogramm ermöglicht die legale Einwanderung in die USA. Es besteht seit Jahrzehnten. Es kommt Menschen zugute, die unter anderem vor Krieg oder Naturkatastrophen geflohen sind. Trump begründete die Aussetzung damit, dass Städte und Gemeinden wegen angeblicher «Rekordwerte der Migration» überfordert seien. (DPA)

Weisses Haus will Medien für Berichterstattung über Trump aussuchen

Das Weisse Haus will selbst entscheiden, welche Medien regelmässig aus nächster Nähe über Präsident Donald Trump berichten dürfen. Damit verabschiedete sich die Trump-Regierung am Dienstag von einer jahrzehntelangen Tradition, wonach eine Gruppe unabhängig gewählter Nachrichtenorganisationen den Präsidenten auf Reisen begleitet.

Die Pressesprecherin des Weissen Hauses, Karoline Leavitt, teilte mit, durch die Änderungen würden traditionelle Nachrichtenorganisationen rotieren und auch Streamingdienste berücksichtigt. Das Ganze sei eine Modernisierung des Pressepools. Dadurch werde für mehr Inklusion gesorgt und die Amerikaner, die Trump gewählt hätten, bekämen wieder Zugang. «Künftig wird der Pressepool des Weissen Hauses vom Presseteam des Weissen Hauses bestimmt», sagte sie.

Am Montag hatte es ein US-Bundesrichter abgelehnt, sofort anzuordnen, dass das Weisse Haus der Nachrichtenagentur AP wieder Zugang zu verschiedenen Events mit dem Präsidenten gewährt. Die AP hatte Leavitt und andere Vertreter des Weissen Hauses verklagt, weil die AP von Veranstaltungen ausgeschlossen worden war, weil sie sich weigerte, den Golf von Mexiko künftig «Golf von Amerika» zu nennen, so wie es Trump angeordnet hat.

Richter Trevor N. McFadden urteilte, die Nachrichtenagentur habe nicht gezeigt, dass sie irreparablen Schaden erlitten habe. Doch rief er die US-Regierung auf, deren seit zwei Wochen bestehenden Verbot gegen die AP zu überdenken. Eine weitere Anhörung ist für Ende März geplant.

Die AP hat ihre Entscheidung, die von Trump erwünschte Bezeichnung «Golf von Amerika» nicht zu übernehmen, damit begründet, dass sie ein internationales Publikum habe und sich das Gewässer nicht nur innerhalb der USA befinde. Doch geht sie bei ihrer Berichterstattung auch darauf ein, dass Trump einen anderen Namen gewählt hat. (DPA)

21 Mitarbeiter von Musk-Behörde kündigen aus Protest

21 Mitarbeiter der US-Behörde Doge von Trump-Berater und Milliardär Elon Musk haben am Dienstag aus Protest gegen das Vorgehen ihres Arbeitgebers gekündigt. Sie weigerten sich, ihr technisches Know-how dafür anzuwenden, «zentrale Regierungssysteme zu kompromittieren, die sensiblen Daten von Amerikanern in Gefahr zu bringen oder kritische öffentliche Dienste auseinanderzunehmen», teilten die Ingenieure, Datenwissenschaftler und Produktmanager in einem Kündigungsschreiben mit.

«Wir haben geschworen, dem amerikanischen Volk zu dienen und unseren Eid auf die Verfassung durch präsidiale Regierungen hindurch aufrechtzuerhalten», hiess es in dem Schreiben. «Doch ist es deutlich geworden, dass wir diesen Verpflichtungen nicht mehr länger nachkommen können.»

Demonstration gegen Elon Musks Department of Government Efficiency beim SpaceX-Hauptquartier in Washington am 19. Februar.

In dem Schreiben warnten die ausgeschiedenen Angestellten, dass viele derjenigen, die von Musk mit der Verkleinerung des Regierungsapparats beauftragt worden seien, politische Ideologen seien. Diese hätten nicht die notwendigen Kenntnisse oder Erfahrungen.

Die Massenkündigung ist ein Rückschlag für Musk und Präsident Donald Trump. Deren Vorhaben, die Belegschaft der Bundesbehörden zu reduzieren, stützt sich auf Technik. Sie wollen Tausende Staatsangestellte entlassen oder dazu zwingen, ihre Jobs aufzugeben. (DPA)

USAID-Gelder: Serbische Polizei durchsucht Büros von NGOs

Die serbische Polizei hat die Räumlichkeiten von vier regierungskritischen Zivilorganisationen in Belgrad durchsucht. Die Aktion stehe im Zusammenhang mit Ermittlungen um angeblich veruntreute Gelder der US-Entwicklungsbehörde (USAID), sagte der Belgrader Oberstaatsanwalt Nenad Stefanovic vor Medien. Polizei, Staatsanwaltschaft und weite Teile der Justiz stehen in Serbien unter der Kontrolle des autokratisch regierenden Präsidenten Aleksandar Vucic.

Es seien sämtliche Unterlagen in Hinblick auf die Zusammenarbeit dieser Organisationen mit USAID beschlagnahmt worden, fügte Oberstaatsanwalt Stefanovic hinzu. Betroffen von den Razzien waren unter anderen die Denkfabrik CRTA (Center for Research, Transparency and Accountability), die sich auch mit der Beobachtung von Wahlen befasst, und die Organisation Gradjanske Inicijative (Bürgerinitiativen), die für die Stärkung demokratischer Werte eintritt.

Hintergrund der Razzien sind Ermittlungen zu einem mutmasslichen Missbrauch von Geldern der US-Entwicklungshilfebehörde USAID.

«Schwerwiegender Angriff auf Bürgerrechte»

CRTA bestätigte auf der Plattform X, dass die Polizei in ihren Räumlichkeiten war. Man arbeite mit den Behörden umfassend zusammen. Gradjanske Inicijative teilte mit, dass rund 20 Polizisten ihr Büro durchsuchten. «Dies ist ein schwerwiegender Angriff auf grundlegende Bürgerrechte und eine weitere Stufe der unrechtmässigen Druckausübung auf die Zivilgesellschaft in Serbien», hiess es in der Stellungnahme der Organisation.

Seit dem Einsturz eines Bahnhofsvordachs in der nordserbischen Stadt Novi Sad mit 15 Toten Anfang November sieht sich Vucic einer anhaltenden Welle von Protesten konfrontiert. Zum Vorgehen gegen teils aus dem Westen unterstützte Zivilorganisationen scheint sich der mächtige Staatschef durch den Amtsantritt von US-Präsident Donald Trump ermutigt zu fühlen.

In Trumps Visier steht auch USAID. Der US-Präsident hat die Entlassung Hunderter Mitarbeiter und Führungskräfte veranlasst und will die Behörde als Ganzes auflösen. USAID stellt Gelder für die internationale Entwicklungszusammenarbeit bereit. Die Behörde fördert weltweit, so auch in Serbien, Projekte zur Stärkung lokaler Gemeinschaften und zur Verankerung demokratischer Werte. (DPA)

Beschränkter Zugang im Weissen Haus für AP bleibt vorerst bestehen

Die US-Nachrichtenagentur Associated Press (AP) bleibt vorerst weiter von bestimmten Veranstaltungen im Weissen Haus ausgeschlossen. Bundesrichter Trevor McFadden lehnte einen Eilantrag der AP auf eine sofortige Wiederherstellung des Zugangs bei einer Anhörung am Montag (Ortszeit) ab, wie US-Medien berichteten. Um den Rechtsstreit in der Sache zu klären, soll es am 20. März eine weitere Anhörung geben.

Er gehe nicht davon aus, dass der AP ein «irreparabler Schaden» drohe, erklärte der Richter. Die Nachrichtenagentur habe weiterhin Zugang zu Informationen, die den Korrespondenten des Weissen Hauses zur Verfügung gestellt würden. Die US-Regierung solle aber «überlegen, ob ihr Vorgehen angesichts der Rechtsprechung wirklich angemessen ist», mahnte McFadden den Berichten zufolge. (DPA)

Trump will umstrittenes Pipeline-Projekt wiederbeleben

US-Präsident Donald Trump will das von seinem Amtsvorgänger Joe Biden blockierte Öl-Pipeline-Projekt Keystone XL gegen den Widerstand von Umweltschützern wiederbeleben. Biden habe die Betreiber der Pipeline «sehr schlecht behandelt», teilte Trump über sein Social-Media-Sprachrohr Truth Social mit. «Aber die Trump-Administration ist ganz anders – einfache Genehmigungen, fast sofortiger Start! (…) Wir wollen, dass die Keystone-XL-Pipeline gebaut wird!» Falls nötig, könne das auch ein anderer Betreiber übernehmen, schrieb der Republikaner.

Bei dem eigentlich schon vor Jahren ad acta gelegten Projekt ging es um die 1900 Kilometer lange Erweiterung der 2010 in Betrieb genommenen Keystone Pipeline, die von der kanadischen Öl-Hochburg Calgary in die USA führt. Durch die Röhre sollte aus Teersand gewonnenes Öl bis zur Küste am Golf von Mexiko gepumpt werden.

Doch Umweltschützer, die auf die Gefahr klimaschädlicher Treibhausgase und befürchteter Lecks verwiesen, hatten mit ihrem jahrelangen Protest gegen die Ölindustrie Erfolg: Obwohl ein Teil der Pipeline im Süden bereits existiert, bliesen die Betreiber und die Regierung der kanadischen Provinz Alberta das XL-Projekt im Juni 2021 ab. Damit endete ein langer und zäher Konflikt, der auch Gerichte und Politiker in den USA und Kanada intensiv beschäftigte.

Die Entscheidung des Unternehmens und der kanadischen Provinz kam damals wenig überraschend. US-Präsident Joe Biden hatte die von seinem damaligen Vorgänger Trump erteilte Erlaubnis für den Bau nach Amtsantritt wieder zurückgenommen. Damit folgte er der Linie von Ex-Präsident Barack Obama, der das Projekt – noch bevor Trump 2017 erstmals ins Amt kam – bereits wegen Umweltbedenken untersagt hatte. (DPA)

US-Beamte laufen Sturm gegen Musk-Forderung nach Tätigkeitsnachweis

Eine Androhung des Tech-Milliardärs Elon Musk auf Entlassung Staatsbediensteter hat über das Wochenende für Verwirrung gesorgt. Musk will von ihnen innerhalb einer festgesetzten Frist Arbeitsnachweise sehen – andernfalls sollen sie gehen. Etliche US-Behörden wiesen ihre Mitarbeiter an, eine entsprechende E-Mail Musks nicht zu beantworten, wie mehrere US-Medien unter Berufung auf mit der Situation betraute Personen berichteten. Die Gewerkschaft der Regierungsbediensteten (AFGE) ging ausserdem juristisch gegen die Anweisung vor, wie aus Gerichtsdokumenten hervorgeht.

Musk hatte am Samstag auf seiner Plattform X angekündigt, dass – im Einklang mit den Anweisungen von US-Präsident Donald Trump – alle Bundesangestellten in Kürze eine entsprechende E-Mail erhalten würden. «Das Nichtbeantworten wird als Kündigung gewertet», drohte er.

Elon Musk während einem Auftritt an der jährlichen Conservative Political Action Conference am 20. Februar.

Offenbar zwei Millionen Empfänger

Aus Gerichtsdokumenten geht hervor, dass eine E-Mail mit dem Betreff «Was haben Sie vergangene Woche geleistet?» tatsächlich am Samstag von einer Adresse der US-Behörde für Personalmanagement verschickt wurde – mit der Anweisung, stichpunktartig Arbeitsnachweise darzulegen, und den direkten Vorgesetzten in CC zu setzen. Fristende sei Montagabend, 23:59 Uhr. «Nach vorliegenden Informationen wurde diese E-Mail an über zwei Millionen Bundesbedienstete verschickt», heisst es in den Dokumenten.

US-Medien berichteten, dass in mehreren Behörden daraufhin die Anweisung erteilt wurden, dem Aufruf nicht Folge zu leisten. Das Verteidigungsministerium teilte am Sonntag auf X eine entsprechende Weisung des Personalverantwortlichen Darin S. Selnick. Musk reagierte auf einen anderen hochrangigen Beamten des Ministeriums, der die Anweisung laut Medienberichten scharf kritisiert hatte, bei X mit den Worten: «Jeder, der die Einstellung dieses Pentagon-Beamten hat, sollte sich einen neuen Job suchen.»

Unklarheit über einheitliche Linie

Allerdings zählen zu jenen, die derartige Anweisungen erteilt haben, laut US-Medien auch FBI-Direktor Kash Patel und Geheimdienstkoordinatorin Tulsi Gabbard – beide wurden erst kürzlich von Trump in ihre Positionen berufen. Deshalb ist unklar, inwiefern innerhalb der US-Regierung Uneinigkeit darüber herrscht, wie mit Musks E-Mail verfahren wird und wer sie überhaupt beantworten soll.

Trump selbst hat sich bislang nicht dazu geäussert. Am Samstag hatte er Musk aber noch den Rücken gestärkt und bei Truth Social geschrieben, dass der Tech-Milliardär «grossartige Arbeit» leiste und er ihn sogar noch «aggressiver» vorgehen sehen wolle. Auf einer Konferenz der amerikanischen Rechten in der Nähe der Hauptstadt Washington äusserte er sich ähnlich.

Trump hat Musk mit der Senkung der Staatsausgaben beauftragt und gewährt ihm dabei praktisch freie Hand. Dafür wurde ein Gremium mit dem Namen Doge (Department of Government Efficiency) gebildet, das ans Weisse Haus angeschlossen ist. Musk treibt dort in Trumps Namen den Umbau des Staatsapparats voran – inklusive Massenentlassungen. (DPA)

Nach Meeting mit Trump: Apple investiert 500 Milliarden Dollar

Wenige Tage nach einem Treffen von US-Präsident Donald Trump und Apple-Geschäftsführer Tim Cook gab das Tech-Unternehmen am Montag bekannt, dass es in den nächsten vier Jahren 500 Milliarden Dollar in den USA investieren und 20’000 neue Jobs in der Forschung und Entwicklung schaffen wolle. Das Geld solle in die Zulieferung von Hardware sowie die Produktion von Filmen und Serien für den Streamingdienst Apple+ fliessen.

US-Präsident Donald Trump und Apple-CEO Tim Cook bei einem Treffen des American Workforce Policy Advisory Board im Weissen Haus, Washington, DC, am 6. März 2019. Im Hintergrund ist eine US-Flagge zu sehen.

Daneben plant Apple, bis 2026 in der Nähe von Houston im Bundesstaat Texas eine Fabrik für KI-Server zu bauen. Sie soll eine Fläche von 23’000 Quadratmetern einnehmen. Die Server sind für Rechenzentren gedacht, die für den Betrieb von Apples KI-System Apple Intelligence benötigt werden. Diese Server wurden bislang ausser Landes produziert.

Laut eigener Aussage hat Apple im Bundesstaat Arizona bereits im Januar eine Fabrik in Betrieb genommen, in der hauseigene Chips herstellt. (wie)

Entwicklungshilfebehörde USAID baut etwa 1600 Stellen ab

Bei der US-Entwicklungshilfebehörde USAID sollen um die 1600 Stellen in den USA gestrichen werden. Ausserdem wurden weltweit alle direkt angestellten Mitarbeiter der Behörde – mit wenigen Ausnahmen von Beschäftigten in speziellen Funktionen – beurlaubt, wie aus einer Mitteilung auf der Webseite von USAID hervorgeht. Die Beurlaubung gilt demnach seit der Nacht von Sonntag auf Montag (Ortszeit).

In der vergangenen Woche hatte die bedeutende Entwicklungsbehörde vor Gericht einen Rückschlag erlitten. Ein Bundesrichter in der Hauptstadt Washington nahm seine vorläufige Entscheidung im Eilverfahren, die Entlassungen in der Behörde zunächst zu stoppen, wieder zurück.

Für Personal im Ausland plane USAID ein freiwilliges, von der Agentur finanziertes Rückreiseprogramm sowie «andere Leistungen», hiess es in der Mitteilung weiter. «In der kommenden Woche werden wir Einzelheiten darüber bekanntgeben, wie persönliche Gegenstände von den ehemaligen USAID-Arbeitsplätzen zurückgeholt und von der Regierung ausgegebene Geräte zurückgegeben werden können», so die Behörde.

Radikaler Umbau des Staatsapparats

Die Regierung von US-Präsident Donald Trump treibt einen radikalen Umbau des Staatsapparats voran, von dem USAID besonders betroffen ist. Bereits im Januar hatte Trump die Gelder für die Behörde für eine interne Überprüfung einfrieren lassen. Er erklärte mehrmals, USAID werde von radikalen «Wahnsinnigen» geführt, die das Geld von Steuerzahlern verschwendeten.

USAID ist eine der grössten Organisationen seiner Art weltweit und organisierte zahlreiche Hilfsmassnahmen in aller Welt – von der Aids-Hilfe bis zum Wiederaufbau in Kriegsregionen. In den betroffenen Länder sind die Sorgen gross, dass bei Ausbleiben der Hilfeleistungen Zehntausende von Menschen in Not gestürzt werden könnten. (SDA)

Trumps Massenentlassungen könnten Waldbrandrisiko erhöhen

Tausende Angestellte der US-Forstverwaltung haben in den vergangenen Tagen ein Kündigungsschreiben erhalten. Das sind Tausende Männer und Frauen, die beim nächsten grossen Feuer nicht zur Verfügung stehen werden. Mehr noch: Viele der Betroffenen waren mit Aufgaben betraut, die Brände vermeiden können, die im Falle eines Ausbruchs die Intensität verringern oder den Zugang der Feuerwehr zu abgelegenen Waldgebieten gewährleisten sollen.

Viele der entlassenen Fachkräfte warnen deswegen, dass den westlichen US-Staaten künftig noch zerstörerischere Grossbrände drohen. «Das macht mir Angst», sagt Tanya Torst, die am 14. Februar ihren Posten in Chico in Kalifornien verlor. Torst war noch in der Probezeit, die erst im März zu Ende gewesen wäre. Sie war dafür zuständig, als Koordinatorin mit externen Partnern fast zwölf Millionen Dollar einzuwerben, um im Mendocino National Forest abgestorbene Bäume und anderes brennbares Material zu entfernen.

«Das ist zu 100 Prozent eine Sache der Sicherheit», betont Torst und erinnert an den verheerenden Waldbrand im nur wenige Kilometer östlich von Chico gelegenen Paradise. Bei der Katastrophe im Jahr 2018 waren 85 Menschen in den Flammen ums Leben gekommen. «Das ist der Grund, warum ich meine Meinung äussere.»

Welle von Entlassungen

Die Massenentlassungen im United States Forest Service – wenige Wochen nach ebenfalls tödlichen Grossbränden in Los Angeles – sind Teil einer Welle von Personalkürzungen in zahlreichen Bundesbehörden, die Präsident Donald Trump damit begründet, Kosten einsparen zu wollen. Und ähnlich wie in anderen Bereichen, sorgen sie bei Betroffenen für viel Kritik.

Aus Sicht derer, die in Wäldern Wege frei gehalten trockenes Gestrüpp entfernt oder auf andere Art die Arbeit der Feuerwehr unterstützt hatten, gefährden die Einsparungen die öffentliche Sicherheit. Das gilt vor allem für den Westen der USA, wo in den vergangenen Jahren zunehmende Hitze und Trockenheit – eine Entwicklung, die mit dem globalen Klimawandel in Verbindung gebracht wird – die Intensität der Waldbrände deutlich erhöht haben.

Mittel für Waldbrand-Prävention eingefroren

Das Landwirtschaftsministerium in Washington, dem der United States Forest Service zugeordnet ist, erklärte in einer Stellungnahme, dass die Ministerin Brooke Rollins die Anweisung von Trump unterstütze, etwa 2000 Mitarbeiter zu entlassen, die auf Probe angestellt und nicht im Bereich der Feuerbekämpfung tätig seien. Rollins sei entschlossen, für die Sicherheit wesentliche Positionen zu erhalten und werde dafür sorgen, dass kritische Dienste unbeeinträchtigt blieben, hiess es. Auf die Bedeutung von Aufgaben wie dem Entfernen von brennbarem Gestrüpp und anderen Projekten zur Abschwächung der Intensität von Bränden wurde in der Stellungnahme kein Bezug genommen.

Die neue Trump-Regierung hat Mittel für Programme zur Waldbrand-Prävention eingefroren, die unter Ex-Präsident Joe Biden vorangetrieben worden waren. Programme, die nicht über die von der Biden-Regierung unterstützten Gesetze finanziert würden, könnten fortgesetzt werden, hiess es in einer Stellungnahme des US-Innenministeriums. (DPA)

Trumps Entlassungswelle trifft Pentagon – Armeechef muss gehen

Donald Trump hat den ranghöchsten Militäroffizier der Vereinigten Staaten entlassen, wie der US-Präsident in einer Nachricht auf seiner Plattform Truth Social mitteilte.

Generalstabschef Charles Q. Brown Jr., ein Vier-Sterne-Kampfpilot, der als C.Q. bekannt ist und erst der zweite Afroamerikaner auf dem Spitzenposten, wird durch einen weniger bekannten pensionierten Drei-Sterne-General der Air Force, Dan Caine, ersetzt.

General Charles Brown bei einer Pressekonferenz im Pentagon am 25. Juli 2024 in Arlington, Virginia.

Dass der Generalstabschef bei einem Regierungswechsel entlassen wird, ist in den USA unüblich; in der Regel bleibt der ranghöchste Offizier im Amt. Trump dankte Brown, der von Joe Biden zum Armeechef ernannt worden war, für seine jahrzehntelange Arbeit bei den Streitkräften. Warum Brown den Posten räumen muss, erklärte der US-Präsident in seinem Post nicht.

Insgesamt wurden in der Nacht auf Samstag sechs führende Pentagon-Beamte entlassen, darunter Admiral Lisa Franchetti, die erste Frau an der Spitze der Marine, General James Slife, der stellvertretende Chef der Luftwaffe, und die obersten Juristen von Heer, Marine und Luftwaffe. (bor)

red