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«Eine in sich geschlossene Gesellschaft überlebt nicht»

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Die Band 'Greentrees & Coffee' sorgte für Stimmung.
1.Mai Feier im Schwerzisaal: Christian Besmer, Präsident Arbeitnehmervereinigung Bezirk Horgen.
1.Mai-Feier im Schwerzisaal: TISA Referat von VPOD Zentralsekretär Stefan Giger
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Rafael Mörgeli, Bezirkspräsident der SP Meilen, lobte die Gäste, die sich am Montag anlässlich der 1. Mai Feierlichkeiten im Meilemer Restaurant Löwen einfanden, für ihr zahlreiches Erscheinen. «An einem Feiertag wie diesem könnte man auch gut auf der faulen Haut liegen.» Trotz des trüben Wetters fanden sich ungefähr sechzig Menschen im Jürg-Wille-Saal ein. Ein illustrer Name lockte: Mario Fehr. Er wurde nebst dem grünen Kantonsrat Thomas Forrer aus Erlenbach als Festredner verpflichtet.

Fehrs Amt als Regierungspräsident des Kantons Zürich liegt seit neuestem in den Händen von Markus Kägi (SVP). Der 58-jährige Fehr sorgte zuletzt parteiintern durch seine migrations- und asylpolitischen Ansichten für kritische Diskussionen – Differenzen, die er auch in seiner Ansprache erwähnte. Im Fokus stand aber zunächst eine andere Thematik. Fehr plädierte für den 1. Mai als Festtag, an dem nicht nur gefeiert, sondern auch über die Gesellschaft nachgedacht werden sollte.

«Was für eine Gesellschaft wollen wir?», fragte er ins Publikum. Diese Frage müsse jeder für sich selbst beantworten. Auch er habe sich als Regierungsrat Überlegungen dazu gemacht. «Ich trete ein für eine Gesellschaft, in der Chancengleichheit gewährleistet wird.» Hierbei lobte er die duale Berufsbildung und die Volksschule, bei der seiner Meinung nach nicht gespart werden dürfe.

Gleicher Lohn

Weiter trete er für eine sozial gerechte Gesellschaft ein, die eine Gleichstellung zwischen Mann und Frau auch im Lohnbereich möglich macht. «Ich sehe keinen vernünftigen Grund, wieso das nicht so ist», sagte Fehr. Er trete weiter ein für eine Gesellschaft, die weltoffen ist. Obwohl es besonders im Bereich der Asylpolitik politische Differenzen gäbe. «Wir integrieren Menschen, die hierbleiben. Genauso vollziehen wir auch, wenn Menschen eben nicht hierbleiben dürfen», sprach Fehr das Thema Ausschaffungen an – ein Punkt, weswegen er parteiintern umstritten ist. Asylpolitik könne nur so glaubwürdig und mehrheitsfähig gestaltet werden. «Dazu stehe ich.»

Abschliessend lobte Fehr die Vielfalt der Schweizer Gesellschaft. «Wir haben einen der weltweit höchsten Ausländeranteile und trotzdem im Vergleich wenig Probleme.» Gründe seien die funktionierende Volksschule, die Berufsbildung und die Demokratie.

Genau für diese Vielfalt trete er auch im Innenleben der Parteien ein. Links zu sein, bedeute nicht mehr die Werke von Marx auswendig zu können. Es gebe viele Möglichkeiten links zu sein. Er wünsche sich Toleranz und Offenheit gegen innen und aussen. «Ich bin überzeugt: Eine in sich geschlossene Gesellschaft überlebt auf Dauer nicht», sagte Mario Fehr. «Gemeinsam treten wir ein für eine soziale Gerechtigkeit und gesellschaftlichen Fortschritt.»